Lesementoren an Schulen in Bayern helfen Kindern dabei, sicherer zu lesen und mehr Freude an Geschichten und Sachtexten zu entwickeln. Sie arbeiten überwiegend ehrenamtlich und kommen in der Regel einmal pro Woche für etwa 30 bis 45 Minuten an die Schule, um mit einzelnen Kindern oder kleinen Gruppen zu lesen.
Typisch ist eine Eins-zu-eins-Begleitung: Mentor und Kind wählen passende Texte aus, lesen abwechselnd laut, sprechen über den Inhalt und klären unbekannte Wörter. So werden Lesefluss, Wortschatz und Textverständnis gefördert, ohne Notendruck und mit viel Ermutigung. Besonders profitieren Kinder mit Leseschwierigkeiten oder mit Deutsch als Zweitsprache, die im Unterricht allein oft nicht genügend Zeit und individuelle Unterstützung bekommen.
Das Angebot ergänzt den regulären Unterricht, ersetzt aber keine Nachhilfe. Schulen arbeiten dazu meist mit lokalen Initiativen, Vereinen oder Bürgerstiftungen zusammen, die Lesementoren gewinnen, vorbereiten und an interessierte Schulen vermitteln. Auf diese Weise entsteht ein verlässliches Netzwerk von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, das Kinder langfristig beim Lesenlernen begleitet.